DIAL: Lichtplanung trifft Lichtkunst

Lichtplanung trifft Lichtkunst: Vor dem offiziellen Start der Lichtrouten am Donnerstagabend trafen sich die Künstlerinnen und Künstler zum Artists‘ Hub im Deutschen Institut für angewandte Lichttechnik (DIAL).

„So bringen wir Kunst und Technik zusammen“, freute sich Geschäftsführer Dieter Polle. Das DIAL-Team besteht derzeit aus mehr als 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Festanstellung. Einige davon nahmen an der Konferenz teil. Bei Getränken und Snack brachten Lichtrouten-Kuratorin Bettina Pelz und die Künstlerinnen und Künstler sich gegenseitig in lockerer Atmosphäre auf den aktuellen Stand.

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Im Kreis der Künstlerinnen und Künstler fühlt sich Kuratorin Bettina Pelz sichtlich wohl. Foto: Wolfgang Teipel

Dabei hatten alle fünf Minuten Zeit sich selbst, ihre Werke und die Intentionen hinter ihren Arbeiten vorzustellen. Keine leichte Aufgabe: Oftmals meldete sich Bettina Pelz‘ Handy und kündigte mit einer kleinen Melodie an, dass die vereinbarte Zeit abgelaufen sei. Ganz so streng sah die Kuratorin die Sache allerdings nicht und gönnte den Rednerinnen und Rednern den notwendigen Zuschlag.

Performance „Mourning Heat“

Sie selbst behielt sich immer wieder die letzte Frage vor. Auch bei der in Bremen lebenden Südkoreanerin Bon Kim. Ihre Performance „Mourning Heat“ (etwa: wärmende Trauer) ist während der Lichtrouten täglich in vier Vorstellungen (20, 20.30, 21 und 21.30 Uhr) im Logenhaus der Freimaurer „Zum Märkischen Hammer“ zu sehen.

„Mourning Heat“ ist eine performative Installation, die Verlust und Übergang durch Wärme erforscht. Im Mittelpunkt steht ein „Trauergerät“, das thermoakustische Klänge erzeugt, während sich die Wärme ausdehnt und Luft durch die von den Performern gehaltenen Keramikröhren bewegt. Jeder Performer findet seinen eigenen Trauerklang, der sich zu einer kollektiven Resonanz aufbaut und durch die aufsteigende Wärme verstärkt wird. Dieser Klang, der an Abschiedsrituale erinnert, symbolisiert das Loslassen der Verstorbenen in den Himmel.

Felix Frank lässt das Stern-Center wackeln.

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Felix Frank lässt das Stern-Center wackeln. Foto: Wolfgang Teipel

Von Hip-Hop und Graffiti zu 3D-Mapping, das sind die Stationen von Felix Frank: Der in München geborene und jetzt in Quito (Ecuador) lebende Künstler entwickelt ortsspezifische Projektionen, die auf dem präzisen Zusammenspiel zwischen der ausgewählten Architektur und ihrer pixelgenauen digitalen Reproduktion basieren. In der Komposition werden die Bestandteile der Fassade durch Lichtgeometrien, optische Prinzipien und grafische Systeme überschrieben. So entstehen visuelle Illusionen, bei denen die statische Fassade und die digitale Animation zu einem Objekt verschmelzen. Bei den Lichtrouten ist seine Arbeit „Lux Arcana“ auf der rückwärtigen Fassade des Stern-Centers (von der Thünen-Treppe aus) zu sehen.

Bei zwei Pausen und einem abschließenden Lunch bestanden jede Menge Möglichkeiten zum persönlichen Austausch. Dann stand die offizielle Eröffnung der Lichtrouten in der Phänomenta auf dem Programm.