Die Jury für den Open Call der LICHTROUTEN hat getagt und entschieden: Der Preisträger ist Rahul Sharma, Künstler und Architekt mit den Schwerpunkten Projektion und Realtime Systems in öffentlichen Räumen. Seine Arbeit „The Thickness Of Now“ wird auf der rückwärtigen Fassade der Stadtbücherei vom 11. bis 20. März 2027 zu sehen sein.
Trotz guter Vorbereitung in der Sichtung der 70 Bewerbungen hatte es die Jury nicht leicht. In einem zweistufigen Verfahren konnten zunächst alle Jurorinnen und Juroren ihre Favoriten auswählen. In der gemeinsamen Jurysitzung standen dann 20 Positionen zur Wahl, die mindestens eine Stimme erhalten hatten. Nach fünf Stunden ausführlicher Begutachtung und Diskussion stand Rahul Sharma als Preisträger fest.
Rahul Sharma hat Architektur und Kunst studiert und schon eine Reihe von Projekten in öffentlichen Räumen umgesetzt. Damit hat er sehr gute Voraussetzungen mit seinem Vorschlag “The Thickness Of Now“ zu einem der Highlights der nächsten LICHTROUTEN zu werden”, sagte Philipp Brinkmann, Vorstandsmitglied des LICHTROUTEN KOLLEKTIV e.V.
Die Fassaden, mit denen Rahul Sharma arbeitet, sind Teil seines Instrumentariums: Materialität und Lichtresponsivität sind nicht nur Bildträger, sondern ebenso künstlerisches Arbeitsmaterial wie Sensoren und Software. Seine Werke sind Prozesse, die sich in dem Moment der Betrachtung vervollständigen. „Ich habe mich auf interaktive Installationen und phygitale Erlebnisse spezialisiert – reaktionsfähige Räume, die sich in Echtzeit entwickeln. Seit 2022 zeige ich Projektionen, Projektionsmapping und live-reaktive Arbeiten auf Festivals, in Museen und an öffentlichen Orten, die ich mit TouchDesigner, Unreal Engine und generativen KI-Pipelines, live generiere”, schrieb Rahul Sharma in seiner Bewerbung.

Zusätzlich hat die Jury eine Reihe von weiteren Vorschlägen ausgewählt, die von den LICHTROUTEN-Kuratoren Bettina Pelz und Tom Groll in den nächsten Wochen auf Machbarkeit an anderen Standorten überprüft werden sollen.
Die Jury setzte sich aus fünf LICHTROUTEN Assistenzen und der künstlerischen Leitung zusammen. Zu den Jury-Mitgliedern gehörten Alex Turk, Conni Amtenbrink, Phillip Brinkmann, Ulrike Tütemann und Wolfgang Teipel.
Während des LICHTROUTEN -Festivals unterstützen die LICHTROUTEN-Assistenzen die Künstlerinnen und Künstler, sind als Standortbegleitung aktiv, oder sie machen Führungen. Manche von ihnen sind das erste Mal dabei, andere haben schon über viele Jahre eigene Sichtweisen entwickelt.
Es gehört zu den Besonderheiten der LICHTROUTEN, dass die Assistenzen nach einem Open Call für einen Standort ein neues Werk auswählen. In der Jury-Diskussion ging es um künstlerische Konzepte, aber auch um die Frage, ob der Vorschlag auch umsetzbar ist. Dazu haben sie sich die Referenzarbeiten der Künstlerinnen und Künstler angesehen. Für die Frage, wer wo schon eingeladen war oder ausgestellt hat, wurden die Lebensläufe der Bewerberinnen und Bewerber konsultiert.
„Wir freuen uns auf Menschen aus der Region, die Lust haben, bei den LICHTROUTEN 2027 dabei zu sein. Als Assistenzen seid Ihr ganz nah dran und werdet zu wichtigen Botschaftern des Festivals. Ihr lernt neue Leute kennen, tauscht euch aus und werdet Teil einer besonderen Gemeinschaft. Was zählt, sind Neugier, Offenheit und die Freude an Begegnungen”, sagt Alex Turk, Vorstandsmitglied des LICHTROUTENKOLLEKTIV e.V.
Während des Festivals bilden die Assistenzen die Schnittstelle zwischen den Orten, den Werken, den Künstlerinnen und Künstlern sowie den Besucherinnen und Besuchern. Am Mittwoch, 14. Oktober, findet um 18 Uhr das erste Informationstreffen in den Museen der Stadt Lüdenscheid für die LICHTROUTEN-Assistenzen 202 statt. Interessierte können sich für die Veranstaltung über E-Mail an assistenz@lichtrouten.de anmelden oder einfach vorbeikommen, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
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https://lichtroutenkollektiv.de
Titelfoto: Rahul Sharma
