Hartung + Trenz zeigen das „Fundament der Demokratie“

Der Landtag als Leuchtturm der Demokratie – im wahrsten Sinne des Wortes: Im Oktober wird das Gebäude am Rheinufer zur Leinwand für eine außergewöhnliche Lichtinszenierung. Passanten werden Teil des Kunstwerks. „Fundament der Demokratie“ heißt die neue Installation, die vom 5. bis 11. Oktober jeweils ab Sonnenuntergang bis 23 Uhr zu sehen sein wird. Das Künstlerduo Hartung + Trenz visualisiert dafür verschiedene Aspekte zum 80-jährigen Bestehen des Landtags.

Unter anderem werden – in den NRW-Farben grün, weiß und rot – Kernpunkte der Demokratie auf die Fassade und den Vorplatz projiziert, darunter „Menschenrechte“, „Freiheit“ oder auch „Gleichheit“. Passanten werden ebenfalls angestrahlt und damit Teil der Installation – aus gutem Grund.

Die Menschen seien nämlich „die Basis und Grundlage jeder Demokratie“, so die Künstler: „Mit ihrem Handeln oder Nichthandeln verändern sie Licht wie Schatten. Dies sichtbar und erlebbar zu machen ist einer der Hauptgedanken der Arbeit für den Düsseldorfer Landtag zum 80-jährigen Jubiläum im Rahmen der Woche der Demokratie.“

Landtagspräsident André Kuper betont: „Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, ihr Parlament in besonderer Weise zu erleben und Teil der Illumination zu werden.“ Zu besagter „Woche der Demokratie“ gehört auch eine neue Ausstellung, ein Konzert des WDR-Sinfonieorchesters im Plenarsaal und die „Parlamentsnacht“ am 9. Oktober.

Über Hartung + Trenz

Ein einziges Wort sorgte in Jerusalem für großes Aufsehen. Detlef Hartung und Georg Trenz projizierten in Englisch, Hebräisch und Arabisch „Light“ auf die alte Stadtmauer von Jerusalem. Rund 300 000 Besucher sahen vom 5. bis 13. Juni 2013 das Lichtspektakel auf dem historischen Gemäuer. Bei den Lüdenscheider Lichtrouten 2013 hatten die beiden Lichtdesigner ein hochmodernes Gebäude für ihre Installation ausgewählt. Sie spielten mit dem 2009 fertiggestellten „Allen-Haus“ am Sternplatz. Und das gleich im doppelten Wortsinne. „Spiel Raum Stadt“ – diese drei Begriffe flimmerten in ungezählten Variationen über die Fassaden des weißen Würfels.

Inspiriert von Kriwets Sehtexten

Hartung und Trenz sind inspiriert von der visuellen Poesie des Hörfunkautor Ferdinand Kriwet. Er überraschte in den 1960er Jahren das Publikum mit seinen „Sehtexten“. Hartung und Trenz arbeiten seit 1998 mit Text und Licht. Wie die Light in Jerusalem, wo sich die ständig wandelende Schrifttextur mit der faszinierenden Struktur der alten Stadtmauer vermischten, so bildete die Fassade des Allen-Hauses mit den leuchtenden Begriffen „Stadt Spiel Raum“ ein leuchtendes Ganzes bilden. Hartung und Trenz regen so zum Nachdenken über die Lesbarkeit der Dinge und über das Licht als ihre Grundvoraussetzung an.

Titelbild: Landtag NRW