Mit der südkoreanischen Künstlerin Bon Kim ist im Oktober 2026 eine Teilnehmerin der LichtRouten 2025 in Lüdenscheid zu Gast. Auf Einladung des LichtRoutenkollektivs präsentiert Bon Kim vom 15. bis 17. Oktober auf Schloss Neuenhof in sechs Workshops ihre Performance „Mourning Heat“. Dabei wird das Publikum selbst Teil eines Rituals aus Klang und thermischer Resonanz.
Damit kehrt anlässlich der Feiern zum 700-jährigen Jubiläum des barocken Wasserschlosses eine Arbeit nach Lüdenscheid zurück, die während der LichtRouten 2025 im Haus der Freimaurerloge „Zum Märkischen Hammer“ zu erleben war.
Bon Kim hat zusammen mit dem Vorstand des LichtRoutenkollektivs das geschichtsträchtige Schloss im Elspetal bereits besucht. Gemeinsam fand die Gruppe einen gut zugänglichen Raum, der sich gut für die begehbare Installation von Bon Kim eignet.
Im Zentrum von „Mourning Heat“ (Trauernde Hitze) steht die Verbindung von Trauer, Wärme, Licht und Ritualen. Bon Kim versteht Hitze nicht nur als physikalisches Phänomen, sondern als emotionales und zwischenmenschliches Medium. Wärme symbolisiert für sie die unsichtbaren Verbindungen zwischen Menschen, Körpern und Räumen. In „Mourning Heat“ wird Trauer als etwas Körperliches erfahrbar gemacht – als Energie, die sich durch den ganzen Körper bewegt und sich in Klang, Resonanz und Hitze ausdrückt.

Die Installation kombiniert wärmeerzeugende Objekte, Keramikröhren, Klang und Performance. Performer erzeugen Wärme, die durch Röhren nach oben steigt und dabei Geräusche und Resonanzen erzeugt. Diese Handlung erinnert symbolisch an religiöse oder kulturelle Abschiedsrituale, bei denen etwas „in den Himmel gesandt“ wird. Das Werk soll Trauer nicht nur als individuelle, sondern auch als gemeinschaftliche Erfahrung erfahrbar machen.
Vergessenes Ritual reinterpretieren
Egbert Cardinal von Widdern vom Lichtroutenkollektiv sagt dazu: „In einer Zeit, in der alles schnell konsumiert wird, haben wir vielleicht die Zeit verloren, ausreichend zu trauern. Mit diesem Versuch möchte das Lichtroutenkollektiv ein vergessenes Ritual, das über Sprache hinausgeht, modern reinterpretieren und gemeinsam ausführen.“
Die Workshopteilnehmer können durch die ritualisierte Form in behutsamer Weise mit ihrer eigenen versteckten Trauer in Kontakt treten. Dabei erinnert der von den Instrumenten erzeugte Klang an Abschiedsrituale, die das Loslassen der Verstorbenen in den Himmel symbolisieren.
Die Performance entstand aus Bon Kims Beobachtung, dass Trauer oft privat und isoliert erlebt wird. Sie möchte deshalb Möglichkeiten schaffen, Trauer als etwas Gemeinsames und Verbindendes wahrzunehmen.
Teilnehmerzahl begrenzt
Bei Interesse an einem der sechs kostenpflichtigen Workshops teilzunehmen, schreiben Sie bitte eine E-Mail an bonkim@lichtroutenkollektiv.de
Die Workshops sind begrenzt und können nur vorab gebucht werden.
Weitere Informationen erhalten Interessenten bei der Jubiläumsfeier von Schloss Neuenhof am 5. Juni von 17 bis 22 Uhr am Stand des LichtRoutenkollektivs.
Titelfoto: Bon Kim (3. von links) besuchte mit Philipp Brinkmann, Christa Cardinal von Widdern, Conny Amtenbrink und Egbert Cardinal von Widdern (alle LichtRoutenkollektiv) Schlosss Neuenhof. Foto: Wolfgang Teipel
